Gedenkkonzert Stolpersteine Villmar

Musik verbindet im Gedenken

Am Vorabend der Erstverlegung von STOLPERSTEINEN im Marktflecken Villmar gedenken wir in einem Konzert der Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus. Als Gastchor singen die „Shalom Singers“ der Jüdischen Gemeinde Frankfurt unter der Leitung von Benjamin Brainman hebräische, jiddische und traditionelle Lieder. Michael Loos (Orgel) und David McDonald (Cello) spielen Werke von Max Bruch und Ernest Bloch. Aus Villmar und Weyer wirken mit: Kirchenchor Weyer, Gemischter Chor des MGV Teutonia, Villmar, Gemischter Chor des Quartettvereins Villmar, Kirchenchor St. Peter und Paul Villmar und Choralschola Villmar.

Unsere Region ist reich an Chören, von denen viele im 19. Jh. gegründet wurden. Weniger bekannt sind die Synagogenchöre, die auch mehrstimmigen Gesang pflegten, so z. B. in Weilburg und Limburg. Aus Villmar berichtet der Weilburger Bezirksrabbiner Abraham Treuenfels 1855/56: „Der Gottesdienst wird übrigens in Villmar durch Lehrer Löwenberg gut geleitet und öfter von einem ziemlich gut eingeübten Chor unterstützt.“

Isidor Saalberg, geb. 1871 in Villmar, leitete 1889 und nochmals in den Jahren 1901 und 1903 den MGV Teutonia Villmar, bevor er nach Frankfurt übersiedelte, wo er als Pianist, Sänger und Musikpädagoge tätig war. 1942 wurde er im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

„Esquisses Byzantines“ – Abschlusskonzert des Villmarer Orgelsommers am 21. Juli 2019

Das Abschlusskonzert des Villmarer Orgelsommers 2019 am Sonntag, 21. Juli um 18 Uhr in St. Peter und Paul Villmar ist einem einzigen Werkzyklus gewidmet, den „Esquisses Byzantines“ (Byzantinische Skizzen) von Henri Mulet (1878–1967). Die monumentalen „zehn Stücke für große Orgel“ schrieb Mulet in den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren von 1914 bis 1919 und widmete sie der Basilica Sacré-Cœur de Montmartre zu Paris. Die einzelnen Teile greifen Motive aus der byzantinisch inspirierten Architektur und der reichen Liturgie der Basilica auf, z. B. „Nef“ (Kirchenschiff), „Rosace“ (Rosettenfenster) oder „Noël“ (Weihachtslied). Den größten Bekanntheitsgrad genießt die abschließende grandiose Carillon-Toccata „Tu es petra et portae inferi non praevalebunt adversus te“ (Du bist ein Fels, und die Pforten der Hölle können nichts gegen dich ausrichten). An der Klais-Orgel spielt Kantor Michael Harry Poths (Haintchen). Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

„Sur le Rhin“ – 2. Konzert des Villmarer Orgelsommers am 14. Juli 2019

Das zweite Konzert des Villmarer Orgelsommers am Sonntag 14. Juli 2019 (franzöischer Nationalfeiertag) um 17 Uhr in der Evangelischen Kirche Seelbach führt die Besucher auf den Rhein. Genauer gesagt in die Orgelklangwelten der Romantik beiderseits des Rheins von deutschen und französischen Komponisten.

Joachim Raabe (Haiger), hauptamtlicher Kantor an St. Peter und Paul Villmar von 2002 bis 2004 und Initiator der Reihe „Villmarer Orgelsommer“ (seit 2003) spielt an der historischen Voigt-Orgel von 1877. Aus der französischen Romantik erklingen Werke von Louis-James-Alfred Lefébure-Wély (1817-1869) und Louis Vierne (1870-1937), u. a. dessen Fantasiestück für Orgel „Sur le Rhin“ („Auf dem Rhein“) von 1927 – ein Klanggemälde, das impressionistische Züge trägt.

Die deutsche Romantik ist mit mehreren Orgelwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) vertreten, darunter die Sonate Nr. 2 c-moll. Die sechs Orgelsonaten Mendelssohns haben einen besonderen Bezug zu unserer Region, denn sie sind von Instrumenten der mittelrheinischen Orgelbaudynastie Stumm inspiriert, die französische mit süddeutschen Einflüssen verbinden. 1845 spielte er die gerade in Druck gegebenen Sonaten im kleinen Kreis auf der einmanualigen Voigt-Orgel von Oberliederbach. Als Intermezzo erklingt die wahrhaft sangliche Cantilene F-Dur von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) – der Name des Komponisten verweist auf seine Liechtensteiner Herkunft vom Alpenrhein.

Für das Konzert wird kein Eintritt erhoben, dafür sind großzügige Spenden willkommen. Im Anschluss an das Konzert bietet die Kyffhäuser-Verein Seelbach herzhaftes vom Grill und erfrischende Getränke an.

Eröffnungskonzert des Villmarer Orgelsommers am 7. Juli 2019

Am Sonntag, 7. Juli 2019 startet der diesjährige Villmarer Orgelsommer in St. Peter und Paul Villmar. Gegründet durch den damaligen Kantor Joachim Raabe und ab 2009 unter Federführung von TOCCATA Orgelkultur Limburg-Weilburg e. V. bereichert die Reihe seit nunmehr 16 Jahren zur Sommerferienzeit das Musikleben der Region. Den Auftakt bildet ein Konzert der besonderen Art mit Chor-, Bläser und Orgelmusik, das sich dem Villmarer Komponisten und Kirchenmusikdirektor Bernhard Hemmerle (*1949) widmet, der von 1975 bis 1995 als hauptamtlicher Kantor an St. Peter und Paul tätig war.

Es erklingen zwei Uraufführungen: Die Intrada in Es-Dur aus „Suite Liturgica“ für Blechbläser sowie die Partita „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“ für Orgel. Eine Villmarer Erstaufführung ist seine im vergangenen Jahr in Dreikirchen uraufgeführte Bläsermesse. Auf dem Programm stehen neben weiteren eigenen Kompositionen verschiedene Bearbeitungen von Chor-, Bläser und und Orgelwerken, u. a. von Johann Sebasian Bach, Gustav Holst und Max Reger. Es singen und spielen der Kirchenchor „Cäcilia“ Dreikirchen unter der Leitung von Wolfgang Tüncher, das Blechbläserensemble „Quartettino“ aus Emmelshausen unter der Leitung von Clemens Reez und Bezirkskantor Michael Loos an der Klais-Orgel. Das Konzert in der barocken Kirche St. Peter und Paul beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen.

Kirchenchor „Cäcilia“ Dreikirchen und Blechbläserensemble „Quartettino“ Emmelshausen mit Komponist Bernhard Hemmerle nach der Uraufführung der Bläsermesse am 9. September 2018 in St. Antonius Eremit Dreikirchen.

VILLMARER ORGELSOMMER 2019

Es wird Sommer – Orgelsommer!
Auch in diesem Jahr wird in den Sommerferien an Orgeln im Marktflecken Villmar musikalischer Hochgenuss mit Händen und Füßen geboten. Dazu mischen sich im Eröfnungskonzert am 7. Juli um 18 Uhr in St. Peter und Paul Villmar Chor- und Bläserklänge. Im zweiten Konzert am 14. Juli um 17 Uhr lassen sich an der historischen Voigt-Orgel romantische Orgelklänge beiderseits des Rheins hören – im Anschluss wird noch Kulinarisches für Leib und Seele geboten. Den Abschluss bilden am 21. Juli um 18 Uhr in St. Peter und Paul Villmar an der Klais-Orgel die „Byzantinischen Skizzen“ von Henri Mulet. TOCCATA und die gastgebenden Kirchengemeinden laden herzlich zum Besuch der sonntäglichen Abendmusiken ein!

Eröffnungskonzert Villmarer Orgelsommer am 22. Juli 2018

Mit Orgeln der Gebr. Voigt kennt sich Christoph Brueckner aus. Schon mehrfach konzertierte der Orgelexperte an der Kegelladen-Orgel von 1886 mit II / 20 in der Ev.Kirche Wiesbaden-Nordenstadt. Von etwa 40 Voigt-Orgeln sind indess leider nur noch wenige erhalten. Ein weiteres solches hochwertiges romantisches Instrument von 1873 befindet sich in der Ev. Kirche zu 65606 Villmar-Seelbach.

Hier ist Brückner, Kirchenmusiker im Bistum Mainz und Fulda, auf Einladung der Ev. Kgmd. gerne Gastorganist für Sonntag, 22.Juli 2018. Konzertbeginn ist 18 Uhr. Einlass 17:30. Eintritt FREI(willig).
„Organissimo“ hat Brückner folgerichtig seine eigenhändig gestalteten Plakate überschrieben. An diesen Superlativ schließen sich weitere neugierig machende erklärende Zusatz-Attribute an: Tango.Toccata.Tarantella.Rock.Pop.Jazz. Überraschungen am laufenden Band!

Brückner war 2017 mit seiner bundesweiten Martin-Luther-Orgel-Tournee an ca. 50 Spielstätten erfolgreich und mit großer Resonanz unterwegs. Für 2018 gilt das Motto: Best of Paul Gerhardt. Brückner selbst zum barocken Lieddichter:
„Die Ausnahme-Person von Paul Gerhardt mit seiner Authentizität und Geradlinigkeit ist mir gerade in unserer heutigen leider zunehmenden egoistischen und oberflächlichen Zeit sehr wichtig“, erläutert der Kirchenmusiker und Pop-Kantor. „Paul Gerhardt hinterlässt einen reichen Erfahrungsschatz und ein kostbares Vermächtnis einer völlig eigenständigen deutschen barocken Lyrik, die später nur noch von J.W. von Goethe übertroffen und perfektioniert wird.“

Freuen Sie sich also auf ein unvergleichliches Orgel-Erlebnis. Wohl bekannte Paul-Gerhardt Choral-Melodien erklingen in völlig neuem Gewand. Gibts nicht? Gibts sehr wohl! Geh aus mein Herz nach Gershwin / Befiehl du deine Wege im 3/4-Takt nach Shostakovic / Wach auch mein Herz und singe nach Tschaikowsky werden ergänzt durch Abba-Sound (Ich singe dir mit Herz und Mund) und Tango- / Lambada-Feeling (Sollt ich meinem Gott nicht singen)…

Aufgrund des bunten Repertoires sind automatisch viele Höhepunkte garantiert und vorprogrammiert.
Das ca. einstündige kurzweilige Konzert richtet sich an alle Altersklassen mit dem Anspruch: Harmonisch und wohl bekömmlich.

6. Mai 2018: Konzert und Singphonie

Dritte Station der musikalischen Karawane „Bronze, Blech & Blei“ am Hessischen Tag für die Musik im Musikland Hessen auf den Spuren von Orgel-, Glocken- und Bläserklängen durch das Lahntal.

Ein großer Abend der Musik, des Klanges, des gemeinsamen Tönens mit freien Gesangs-Improvisationen. Markus Stockhausen wird den Abend anleiten. Es geht um eine akustische Spurensuche,
bei der die beiden Orgeln (Klais-Orgel und Truhenorgel), die Akustik und Proportionen des Kirchenraumes, die Glocken (klanglich und textlich in Form ihrer Inschriften), und vor allem die anwesenden Menschen in die Gestaltung des Konzertes mit einbezogen werden.

Markus Stockhausen (Trompete und Flügelhorn), Florian Weber (Orgel und Truhenorgel) und Tara Bouman (Klarinette und Bass-Klarinette).

Eintritt frei, Spenden willkommen

29.04.2018: Hadamarer Orgelspaziergang – Variationen 2018

Herzliche Einladung zum diesjährigen Hadamarer Orgelspaziergang am Sonntag, 29. April 2018 ab 14 Uhr. Das Programm hat in diesem Jahr einen deutlichen „britischen Akzent“ – nicht nur in klanglicher Gestalt der Nelson-Orgel in der Liebfrauenkirche, sondern auch durch die Werke englischer Komponisten:

14:00 Uhr – Konviktkapelle: Andreas Bollendorf
Johann Pachelbel (1653-1706): Präludium in G
Dietrich Buxtehude (c.1637-1707): Passacaglia in d-moll
Johann Pachelbel: Partiten über „Was Gott tut das ist wohl getan“
Dietrich Buxtehude: Präludium in D-Dur

14:45 Uhr – Liebfrauenkirche: Michael Loos und Martin Buschmann
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Andante mit Variationen
Edward Bairstow (1847-1946): Evening song
Christian Heinrich Rinck (1770-1846): Variationen über „Jesu meine Freude“
Samuel Wesley (1766-1837): Duett für Orgel
Edward Elgar (1857-1934): Marsch Nr. 4, op 39,4 für Orgel vierhändig

16:15 Uhr – Schlosskirche Hadamar: Martin Buschmann
Johann Pachelbel (1653-1706): Aria Sebaldina aus dem „Hexachordum Apollinis“
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Passacaglia c-Moll
Simon Lesley (*1974): „Britannia waives the rules“

17:00 Uhr – Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk: Michael Loos
Dietrich Buxtehude (c.1637-1707): Ciacona c-moll
Zolt Gárdonyi (*1946): Mozart Changes
Arno Landmann (1887-1966): Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Händel op. 29

 

6. Mai 2018: BRONZE, BLECH & BLEI – Orgel-, Bläser- und Glockenklänge entlang der Lahn

Zum Tag für die Musik im Musikland Hessen folgt unter dem Motto „Bronze, Blech und Blei“ eine musikalische Karawane Orgel-, Bläser- und Glockenklängen durch das Lahntal von Dietkirchen über Runkel nach Villmar. Einen wichtigen regionalen Bezug bilden die Glocken als Kulturgut, die größtenteils aus der hessischen Gießerei Rinker (Sinn) stammen. Die Glockenwelt Greifenstein ist als Kooperationspartner in die Veranstaltung eingebunden (Station Runkel). An jeder Station wird das jeweilige Geläut vorgeführt; in Runkel in Gestalt eines „Stadtgeläuts“ aller drei Kirchen.

Die Karawane bewegt sich ferner auf den Spuren des Orgelbaus, der jüngst als UNESCO-Kulturerbe anerkannt wurde. Hierfür stehen u.a. die hessischen Orgelbauer Köhler, Keller, Woehl und Hardt – letztere beide heute noch aktiv. Glockenmotive boten und bieten Inspiration für Orgelliteratur und -Improvisation in den beiden Kurzkonzerten in der Basilika St. Lubentius Dietkirchen (15 Uhr, Organist Michael Loos) und in der Ev. Kirche Runkel (16 Uhr, Orgel Harald Opitz).

Als Intermezzo spielt in Runkel das Gabrieli-Ensemble Bläsersätze alter Meister, u.a. nach der Sammlung „Gassenhawerlin/Reutterliedlin“ (1535) des aus Hadamar stammenden und in Frankfurt tätigen Druckers und Verlegers Christian Engenolff.

Höhe- und Schlusspunkt der „Karawane“ ist das Konzert mit „Singphonie“ in der Pfarrkirche St. Peter und Paul Villmar mit Markus Stockhausen (Trompete, Flügelhorn), Florian Weber (Orgel, Truhenorgel) und Tara Bouman (Klarinette, Bass-Klarinette) als akustische Spurensuche. Dabei werden beide Orgeln, die Akustik und Proportionen des Kirchenraumes, die Glocken und das Publikum unter Anleitung von Markus Stockhausen mit in die Gestaltung einbezogen.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind willkommen.